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Montag, 3. November 2014

Ein unvergesslicher Tag beim NYC Marathon und weitere Erlebnisse in New York City

Heute (und nicht zum ersten Mal in diesem Urlaub) klingelte der Wecker schon recht früh um 5.15 Uhr.... Marathon-Tag!! Durch die Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit war uns aber eine Stunde mehr Schlaf gegönnt ;-).

Die Anreise zum Start auf Staten Island ist schon recht aufwändig, aber dafür erstaunlich gut organisiert. Es gibt im Grunde zwei Optionen, wie man zum Start kommt. Entweder man wird mit einem der zahlreichen Reisebusse, die von verschiedenen Punkten in der Stadt losfahren, direkt zum Start gebracht oder man nimmt die Fähre von Brooklyn nach Staten Island und wird dann wiederum vom Fähranleger mit Bussen zum Start gebracht. Wir waren eigentlich auf einen der Reisebusse gebucht, der vom Südende des Central Parks losfahren sollte, allerdings schon um 5:45 Uhr. Wir haben uns dann entschieden doch lieber die Fähre zu nehmen, zumal unsere Unterkunft in Brooklyn und damit recht günstig für die Anreise mit der Fähre liegt. Dadurch konnten wir auch rund 1,5 Stunden länger schlafen :-).

Um ca. 6.15 Uhr haben wir mit Sack und Pack das Haus verlassen. Auf dem Weg zur Subway blies uns schon ein kalter Wind entgegen... wir wussten, dass wir uns auf einen kalten und stürmischen Tag einstellen mussten. An der Subway-Station dann die erste Schrecksekunde. Wir konnten nicht wie erwartet mit unserer Startnummer die Subway kostenlos benutzen, sondern mussten ein Ticket lösen. Gott-sei-Dank hatte ich noch 10 Dollar eingesteckt. Die reichten zumindest für die Hinfahrt. Wie wir wieder zurück kämen haben wir da erstmal verdrängt.

Wir haben dann die Fähre um 7 Uhr genommen. Entgegen unserer Befürchtung, war die Überfahrt recht entspannt, es gab noch reichlich freie Sitzplätze und kaum Geschiebe und Gedränge. Auf der Insel angekommen haben wir uns noch ein wenig in der Station (und damit in der Wärme) aufgehalten, bevor wir uns der langen Läuferstraße zu den Transferbussen angeschlossen haben. Wenn man sich so umgeschaut hat, hatte man eher den Eindruck, dass eine Altkleidersammlung an einem vorbeiläuft und keine Läufer auf dem Weg zum Marathonstart. Da viele - wie wir auch - die Option "No baggage" gewählt hatten, d.h. keine Kleiderbeutel-Abgabe und -Transport zum Ziel, dafür aber weniger Weg nach dem Zieleinlauf und Entgegennahme eines wärmenden Ponchos, musste man sich entsprechend mit alten oder billigen Klamotten gegen die Kälte vor dem Start wappnen. Die Klamotten werden dann vor dem Start weggeworfen, als Kleiderspende eingesammelt und an Bedürftige weitergegeben. Wir haben uns zu diesem Zweck mit den klassischen "I LOVE NY"-Kapuzenpullovern ausgestattet, die wir zwei Tage zuvor in Chinatown "erhandelt" hatten.

"Läufer-Verschiffung".

Blick zurück nach Manhattan.

Warten in der Fährstation auf Staten Island.

Der Transfer vom Fähranleger zum Start dauerte dann noch einmal eine gefühlte Ewigkeit, gegen 8.50 Uhr waren wir endlich da. Dann "durften" wir noch etwas Zeit im Startbereich verbringen, hier gab's dann auch das "Marathon-Frühstück": Bagels, Energieriegel, Kaffee, Wasser, Iso-Getränke. Jeder suchte sich eine Ecke und war mit Decken und Pappen ausgestattet, um es sich halbwegs gemütlich zu machen. Wir kamen uns teilweise vor wie in einem Blockupy-Camp und nicht wie im Startvorbereich zu einem Marathon!

Vor dem Start.

Altkleidersammlung.

Um 10.15 Uhr öffnete dann endlich unsere Startwelle und um 10.55 Uhr fiel dann auch für uns der Startschuss. Da war das Profifeld schon jenseits der Halbmarathonmarke. Naja, und wir hatten im Grunde genommen auch schon unseren ersten Marathon, den Anreise-Marathon, hinter uns ;-).

Und dann ging es endlich los, und wie... die ersten Kilometer über die Verrazano Bridge hatten es echt in sich. Eiskalter böiger Wind aus allen Richtungen machte uns das Leben schon zu Beginn richtig schwer. Der Wind sollte während des gesamten Marathons unser ständiger Begleiter sein, mal mehr, mal weniger stark. Dazu kam ein recht anspruchsvoller welliger Kurs mit vielen Aufs und Abs. Kurzum, es war ein richtig hartes Stück Arbeit für uns.

Auf der Queensboro Bridge.

Das Entscheidende und Einzigartige am NYC Marathon ist die tolle Atmosphäre. Man spürt auf jedem Kilometer und jeder Meile, dass diese Stadt ihren Marathon einfach liebt. Von Anfang bis Ende eine tolle Stimmung, man wird gefeiert und aus vollem Herzen angefeuert, es ist laut, es gibt tolle Bands an der Strecke und unzählig viele Helfer, die sich um einen kümmern. Die New Yorker sorgen teilweise besser für die Verpflegung als der Veranstalter selbst, es werden Bananen, Salziges und Süßes gereicht, sogar Tücher, damit man sich auch mal den Schweiß von der Stirn wischen bzw. heute eher die Nase putzen konnte. Unglaublich oder einfach nur crazy... Ein weiteres Beispiel für die Begeisterung durfte ich in einer Kneipe erfahren, in die ich kurz mal auf der Suche nach einem "Restroom" eingebogen bin (die Schlangen an den Dixies waren doch recht lang). Nachdem der ersten "Restroom" besetzt war, rief mir die Bedienung zu, dass es im hinteren Teil noch einen weiteren "Restroom" gäbe, der Wirt zeigte mir den Weg. Nachdem ich den "Restroom" wieder verließ, folgte dann noch ein Foto von dem begeisterten Wirt ("She used my Bathroom!"), die ganze Kneipe grölte und gab mir noch ein paar gute Wünsche mit auf den Weg... so was erlebt man, glaube ich, nur in New York.

Im Aloha-Style beim NYC Marathon.

Dass es für uns hart werden würde, war uns vorher schon klar gewesen... miserabler Trainingszustand, Wind und Kälte sowie das Streckenprofil bedeuteten eine sehr schwere zweite Marathonhälfte, durch die wir uns irgendwie durchbeißen mussten. Wir haben es dann nach ca. 4:43 Stunden geschafft (für uns beide jeweils der langsamste Marathon, den wir je gelaufen sind) und waren glücklich im Ziel. Gegen 18 Uhr, d.h. ca. 12 Stunden nach Aufbruch waren wir dann wieder zu Hause und konnten endlich die müden Füße hoch legen. Ein ungewohnt langer Tag für einen Marathon!

Am Central Park angekommen.

Fazit: es war für uns beide ein unvergessliches Erlebnis und ein einzigartiger Tag, was vor allem an der außerordentlich tollen Atmosphäre und den positiv verrückten New Yorkern lag. Aufgrund der sehr aufwändigen und langwierigen Prozedur vor dem Start und der sehr hohen Teilnahmegebühren wird es wohl aber für uns ein einmaliges Erlebnis bleiben.

Glücklich im Ziel. Die Medaillen haben wir uns hart erkämpfen müssen.
 

Ach ja, und die Rückfahrt mit der Subway war dann tatsächlich kostenlos für uns. Den Dollar, den wir uns noch bei einer Helferin im Ziel erschnorrt hatten, brauchten wir dann doch nicht mehr ;-).

Der "Finisher-Wichtel" im wärmenden Poncho.

Neben dem Marathon - eindeutig der Höhepunkt während unseres Aufenthaltes in New York City - hatten wir zwei Tage lang Zeit, uns die Stadt anzusehen. Der Freitag war allerdings überwiegend geprägt durch die Marathon-Vorbereitung (Startunterlagen abholen, Shopping auf der Messe und später in diversen Sportgeschäften in Manhattan, Opening Ceremony im Central Park) und der Samstag total verregnet, so dass unser Aktivitäts-Spielraum etwas eingeschränkt war. Dennoch haben wir es geschafft, uns Strawberry Fields im Central Park, das Rockefeller Center und das 9/11 Memorial samt dem neuen World Trade Center anzuschauen. Außerdem haben wir die Aussicht und den Sonnenuntergang von Top of the Rocks genossen und sind über die Brooklyn Bridge spaziert.

Auf der Brooklyn Bridge.

Sonntag, 2. November 2014

noch einmal schlafen ... wir nehmen am New York City Marathon teil

Nun ist es nicht mehr lang hin. Wir werden noch einmal schlafen und morgen früh werden wir beim New York City Marathon am Start stehen. Wir sind schon sehr gespannt und die ganze riesige Stadt New York ist im Marathon-Fieber. Überall Läufer, viel Werbung usw ...


Wir sind soweit fit, heißt aber nur, dass wir vorbereitet sind und keine Zipperlein haben. Das Training kam leider in den letzten (Urlaubs-)Wochen ein wenig zu kurz bzw. fand gar nicht statt. Außer zwei Regenläufen, mehreren Wandertouren und einer knüppelharten Bergtour haben wir uns eigentlich nur regeneriert. Das kommt ja meistens zu kurz ... wir haben diesmal die Regeneration ein wenig in den Vordergrund gestellt ;).

Abholen der Startunterlagen.

Einstimmung auf der Opening Ceremony im Central Park mit Nationenparade und anschließendem Feuerwerk.


Der Marathon startet morgen um 9:10 Uhr mit dem Frauen-Profi-Feld, 9:40 dann mit den Profi-Männern und dem restlichen Starterfeld. Das gesamte Feld ist in vier Wellen mit verschiedenen Startzeiten unterteilt. Wir starten in der letzten Welle mit einer Startzeit erst um 10:55 Uhr.

Eurosport überträgt das Rennen live. Bei hoffentlich schönstem, aber kühlem Sonnenschein könnt ihr ja mal reinschauen. Die oben genannten Startzeiten sind natürlich New York Zeit. Da wir heute Nacht die Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit haben (eine Stunde länger schlafen :)), sind es morgen dann auch wieder 6h später als in Deutschland. Wir starten also um 16:55 Uhr MEZ.

Wer uns am Tracker verfolgen möchte, hier unsere Startnummern. Dani hat die 58559 und ich die 58646. Unter folgendem Link soll man die Läufer tracken können: http://liveresults.nyrr.org.
Wer Eurosport nicht gucken will hier sind die offiziellen Streams aus dem Internet zu finden: http://www.tcsnycmarathon.org/about-the-race/tune-in-and-watch.

Viel Spaß beim gucken!! :)

Freitag, 24. Oktober 2014

Boston... Maine... und schon wieder Regen :-(

Leider scheint es der Wettergott nicht mehr gut mit uns zu meinen... seit unserem ersten Tag in Boston ist es regnerisch, windig und kalt... nach Hawai'i sehr ungewohnte klimatische Verhältnisse, die uns hier empfangen haben. Wir hätten nicht gedacht, dass das Wetter noch schlechter als in Honolulu sein könnte. Aber die 36 Stunden Regen von Honolulu hat die amerikanische Ostküste schon jetzt getoppt. Seit wir in Boston angekommen sind regnet und windet bis stürmt es ununterbrochen - seit nunmehr zwei Tagen. Die Sonne haben wir hier noch nicht gesehen.

Wir versuchen uns aber uns nicht unterkriegen zu lassen und sind ständig auf der Suche nach Schlechtwetter-Aktivitäten.

Beispiel 1: um endlich mal wieder ein wenig für den NYC Marathon zu trainieren, haben wir uns trotz des ungemütlichen Wetters in Boston vor die Tür gewagt und sind am Charles River eine knapp über 20 km lange Runde gerannt. Der letzte große Formtest vor dem Marathon war trotz der widrigen Verhältnisse ganz OK. In NYC wünschen wir uns aber bitte bessere Bedingungen!

Einstimmung auf den NYC Marathon: Strecke und Gewinner des Boston Marathon sind auf dem Pflaster in der Nähe des Ziels eingraviert.

Beispiel 2: Nach dem Lauf sind wir auf dem Freedom Trail unterwegs gewesen (dies dann nicht mehr "rennend"). Diese rund 4 km lange rote Linie führt quer durch die Stadt an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei (für die Hannoveraner: ähnlich wie in Hannover der rote Faden). Tapfer haben wir versucht dabei Regen, Wind und Kälte zu ignorieren. Bei der Hälfte haben wir dann aber doch abbrechen müssen, wir waren einfach zu nass und durchgefroren. Den zweiten Teil haben wir uns für unseren zweiten kurzen Aufenthalt in Boston in einer Woche aufgehoben, hoffentlich dann bei schönerem Wetter.

Auf dem Freedom Trail in Boston bei Wind und Wetter unterwegs.

Gestern Nachmittag haben wir uns auf den Weg in Richtung Norden gemacht. Unser Plan war innerhalb von zwei Tagen bis zum Acadia National Park an der Küste entlang zu tingeln. Erste Zwischenstation war gestern Portland, wo wir übernachtet haben. Da der Regen nicht aufhören wollte, hatten wir es heute auch nicht eilig zum National Park zu kommen.

Beispiel 3: Shopping! In Freeport, nicht weit entfernt von Portland, gibt es ein relativ großes Outlet Center, in dem wir uns heute den größten Teil des Tages aufgehalten und das ein oder andere Schnäppchen gemacht haben :-). Auch den ersten Lobster haben wir uns hier gegönnt.

Shopping-Ausbeute :-)

Schade nur, dass wir durch das Wetter so wenig von Maine und vom Indian Summer mitbekommen. Stopps und längere Zwischenhalte machen bei dem Wetter einfach keinen Sinn. Auch das Auto fahren ist bei den Verhältnissen natürlich recht anstrengend. Wie schön Maine wirklich ist, können wir leider nur erahnen :-(.

Road Trip durch Maine im Regen (es gibt bisher keine weiteren Bilder von Maine - bei dem Wetter macht das Fotografieren keinen Spaß).

Beispiel 4: Für heute haben wir eine Übernachtungsmöglichkeit in Rockland gefunden. Sogar mit einem kleinen Wellness-Bereich; zwar etwas in die Jahre gekommen, aber immerhin - und so haben wir den Abend in Whirlpool und Dampfsauna verbracht.... man muss halt das Beste aus der Situation machen ;-).

Morgen hoffen wir auf besseres Wetter (es soll laut Weather Channel ab morgen nachmittag aufhören zu regnen (!)) und besuchen den Acadia National Park.

Sonntag, 28. September 2014

eine Reise nach New York ... mit Abkürzung über Hawaii

Vor vielen Jahren habe ich mir schon vorgenommen bzw. einem Lauffreund versprochen, 2014 nach New York zu reisen, um dort am Marathon teilzunehmen. Gesagt, getan!

Irgendwann bemerkte ich, dass zeitlich nicht weit vom New York Marathon auch auf Hawaii ein sehr bekanntes Sporthighlight stattfindet ... der Ironman Hawaii.


Also haben Dani und ich mal geschaut, wie man beide Events vereinen kann. Und so wurde aus der Reise nach New York eine Reise mit einer "kleinen Abkürzung" über Hawaii :).

Reiseroute für unsere Reise

Wir beginnen nun mit einer schönen Rundreise auf Hawaii, besuchen die Inseln Maui, Big Island, Kauai und Oahu. Haben dort viele Sachen vor und wollen einiges entdecken.
Danach geht es dann weiter an die Ostküste nach Boston. Von dort aus erkunden wir den Nordosten der USA und wollen den Indian Summer genießen. Anschließend machen wir Stopp in New York, um beim NYC Marathon mitzulaufen. In der letzten Woche fahren wir dann weiter bis nach Washington D.C., wo dann auch nach vielen Eindrücken die Reise zu Ende ist.


In den nächsten Woche berichten wir hin und wieder hier von unseren Abenteuern und Erlebnissen.

Aloha Hawai'i, Hello Eastcoast ...